Archäologen stoßen auf Keltensiedlung

Zwischen dem Forkendorfer Bach und dem Aubach unterhalb der Bärenleite siedelten vor etwa 2500 Jahren die Kelten. Das fanden Archäologen bei einer Ausgrabung im Landkreis Bayreuth, Oberfranken heraus.

Für die Erweiterung einer Sandgrube wurde eine archäologische Voruntersuchung nötig, die von einem Team von IN TERRA VERITAS durchgeführt wurde. Grund war, dass bereits in den 1990er Jahren Funde aus der mittleren Steinzeit (etwa 7000 Jahre v.Chr.) entdeckt worden waren. Dazu kamen noch weitere Funde, die auf eine frühgeschichtliche Siedlung hinwiesen. Insgesamt waren das zwar nur sehr schwammige Hinweise, aber Grund genug, es fachlich in Augenschein zu nehmen.

Steinzeitliche Hinweise bestätigten sich nicht
Vor diesem Hintergrund führten die Archäologen zunächst eine Feldprospektion durch, um die mesolithischen Funde zu sichern. Hierbei lösten sich jedoch die Hinweise auf eine mittelsteinzeitliche Siedlung in Luft auf. Die Experten konnten recht schnell feststellen, dass die besagten Funde erst im 20. Jahrhundert an diese Stelle gekommen waren und ursprünglich ganz woanders herkamen. Vermutlich geschah dies mit dem Aufbringen von Humus für die Landwirtschaft. Trotz weiterer intensiver Suche konnte kein Hinweis auf einen direkten Lagerplatz der Mesolithiker gefunden werden.

Rekonstruktion eines mesolithischen Lagerplatzes wie er im Bereich der zukünftigen Sandgrube vermutet wurde

Dafür auf Kelten gestoßen
Die Archäologen wollte daraufhin natürlich wissen, ob auch die frühgeschichtlichen Funde erst viel später auf den Acker gelangten. Sie legten hierfür zunächst Sondagen an und trugen anschließend den Oberboden großflächig ab, um das gesamte Baufeld untersuchen zu können. Dabei kam dann die Überraschung zum Vorschein. Sie stießen auf den Randbereich einer keltenzeitlichen Siedlung.

Obwohl sich im anstehenden Sand Befundkonturen nur sehr schlecht erhalten, konnte das Team dennoch 27 Pfostenstellungen der ehemals vorhandenen Bebauung, sowie sieben Gruben feststellen, die wohl zur Entsorgung von organischen Abfällen benutzt wurden. Eine der größeren Gruben enthielt an ihrer Sohle mehrere größere Sandsteine. Zwei davon waren offenbar als Reibsteine verwendet worden, wie die geglätteten Oberflächen nahelegen. Ob auf den harten und feinporigen Sandsteinen Mehl gemahlen, oder Farbstoff hergestellt wurde, kann leider nicht mehr festgestellt werden.

Grube mit unterschiedlichen Teilverfüllungen und großen Sandsteinen auf der Sohle
Mit dem Abschluss dieser Grabung konnte nun eine bisher nur vermutete Siedlung nachgewiesen werden. So ist jetzt nicht nur ihre Lage genauer identifiziert, sondern auch ihr Alter auf die späte Hallstattzeit bis frühe Latènezeit bestimmt. Ohne den modernen Bedarf nach dem Baustoff Sand hätte dies alles nicht festgestellt werden können.
Ausgrabung im Westteil der Fläche, kurz vor Abschluss der Grabung
Ausgrabung im Westteil der Fläche, kurz vor Abschluss der Grabung

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